Deine Augen

Wenn ich in Deinen Augen seh
Ist in mir Glück und Weh
Da schaue ich in fernen Welten
Wo andere Gesetze gelten Geheime Orte voller Feen
In der Tiefe unbekannter Seen

Den Liebreiz Deiner Augen, wunderschön
Kann mein Herz nicht widerstehn
Weit zurück, wie in uralten Tagen
In der Zeit der Feen und Sagen
Werd ich Dir einen Rosenkranz winden
Damit ich in  Dir, die wahre Liebe werd finden

Deine Augen, schauen so gütig und warm
Dass Amor, der Gott der Liebe, sich meiner erbarm
Es zerreißt mir innerlich die Brust
Es sehnt mich nach Deiner Liebe, Deiner Lust
Du schaust mich so geheimnisvoll an
Dass ich Deiner nicht widerstehen kann

Für Nathalie

Winfried Albert Karsten GE den 18.06.08

 

Tod dem Tode

Nun, bin ich verstorben
Denn, es stinkt
Mein Fleisch ist verdorben
Weil es im Moder sinkt

Da, fühl ich neues Leben
In diesem dunklen Laden
Aber es waren eben
Nur meine frischen Maden


Und man glaubt es kaum
Der Rest ward zum Baum
Auf dem saßen Raben
Und die fraßen meine Maden

Ein armes Würmelein
Kam daher gekrochen
Über mein bleiches Bein
Da ward sein Herz zerbrochen
Weil meine alten Knochen
Nach ehemals, Verwesten rochen

Man merke:

Freud und Elend
Gibt's nicht nur, an frischer Luft
Die Tragik des Lebens
Geht auch weiter,
Unten
Tief, in dunkler Gruft

Winfried Albert Karsten
Gelsenkirchen den 23.02.2008

Die Tränen des Hermaphroditen

In den alten Jupitertagen
Des Olymps goldener Sonne
Voller Freude sieht man Jagen
Den Amor voller Wonne

Wie er schießt in Windeseile
In der Geliebten Herzen
Des Amors heißen Pfeile
Denn Liebe birgt auch Schmerzen

Aus dem Schoße geboren
Der schönen Aphrodite
Zum Höheren auserkoren
Der Hermes Gedichte

Von Lykien kommend
Gewandert durch Kariens Landschaft
Der Jugend Neugier frommend
Gefolgt von Amors Gesandschaft

An einem  Teiche so schön
Das Wasser herrlich kühl und klar
Des Ufers Schilfe so warm und grön
Seiner Jugendschönheit, ganz und gar

Verwundert, der Schönheit betört
Des Nymphens Herzen verwirrt
Salmakis Sinnen von Liebe verstört
Weil sie dem Jüngling begiert

Hermaphroditos, der Liebe unerfahren
Sein Gesicht voller Schamesröte
Da er noch jung und unerfahren
Nichts ahnend, der Frauen Nöte

Doch Salmakis heißem Herzen
Von Amors Pfeile durchbohrt
Achtet nicht des Jünglings Schmerzen
Umschlang ihn an diesem Hort

Verschmolzen durch Salmakis Küssen
Ward er gleich zu Frau und Mann
Hütet euch vor Kariens Flüssen
Trotz Schönheit haltet dort nicht an

Winfried Albert Karsten
Gelsenkirchen den 10.02.2008

Frühstück im Mai

Frühstück war fertig
Keine Gabi da
Auch für Pudels wards servertig
Aber das Auto, stand immer noch da

Es flöteten die Vögel und Spatzen
Den Frühlingshimmel hinauf
Da war sie noch am ratzen
Die  Sonn war lang schon obenauf

Im Bulmker Green
Da machte ich meine Rund
Von der Begehrten nichts zu sehn
Ich glaub, es wahr zur 16ten Stund

Da stands immer noch da
Das Wägelchen himmelblau
Und als ich es sah
Wurds mir im Magen ein wenig flau

Da kamen gezogen
Wetterwolken grau
War ich der Lieb gewogen?
Oder mein Äuglein nur blau?

Ich kann es nicht sagen
Weg mit Lieb und Sorgen
Weg war der blaue Wagen
Am anderen Frühlingsmorgen

Winnie Ge. den 03.05. 2006

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Lagerfeuer

Es knistert das Holz
Es lodern die Flammen
Und voller Stolz
Sitzen vier Herren zusammen

Vier Herren, verschieden alt
Unterschiedlich weise
Es wird ihnen nicht kalt
Bei des Funkenflugs Reise

Sie schauen verträumet
Den fliegenden Funken nach
Während das Biere schäumet
Liegt der Alltag brach

Sie schauen verträumet
Hinein in die rote Glut
Manch keiner mehr schäumet
Bei dem Menschheitswahn vor Wut

Sie lauschen verträumet
Des knisternden Feuersgesang
Sie haben niemals versäumet
Jugend, Lieb und Müßiggang

Sie schauen verträumet
Auf das rauchende Holz verkohlt
Da kamen  Gedanken eingeräumet
Blitzschnell und unverholt
Als Kinder verspielt und noch verträumet
Wegens Zündeln, wurde einem der Arsch versohlt

Winfried A. Karsten GE den 09.05.2006

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Lottogewinn

Es war einmal ein älteres Paar
Er siebenundsiebzig
Sie achtzig sogar
Die Rente war sehr winzig
So träumte dieses Paar
Vom großen Lottogewinne
Denn das Geld war rar
Es floss einfach so dahinne

„Wenn wir werden Millionen gewinnen“
Im Fernsehen lief „Wetten Dass“
Da kamen sie freudig ins Spinnen
Es machte ihnen sichtlich Spaß
So sinnierten die Alten
Doch da kam der Schreck
Wer soll das ganze Geld verwalten
Schnell wäre alles weg

„Einen Manager werde ich mir holen“
Sprach die alte Dame dann
„Die haben stets nur gestohlen“
Erwidert erregt der Mann
„Man muss auch mal Vertrauen
Haben in einen Solchen“
„Mit dem Gelde wird er abhauen
Oder uns meuchlings erdolchen“,

So sprach der alte Herr,
„Ich bin nicht so verwegen
So einfach gebe ich  dieses Geld nicht her
Ich werde es groß anlegen
Durch Zinsen gibt es dann mehr
Im Ausland bei mehrere Banken
So wird mein Portomonaie nie wieder leer
Und meine Enkel werden’s mir danken“

Während sie sich so zankten
Im TV die Lottofee sprach
Die Hälse sich neugierig rankten
Bei den Zahlen wurden sie wach
Da, Sechs Richtige mit Superzahl
Aus dem Staunen kamen sie nicht mehr heraus
Seit Jahrzehnten ihre Wahl
Mit dem Elend wär’s für immer aus

Ausgefüllt lag da der Schein
Im Küchenschrank, in der alten Dose
Denn die Rente war ja zu klein
Um zum bezahlen diese Lose
Vor Schreck bekam er Atemnot
Sie fasste sich ans sensible Herz
Da waren sie beide tot
Nichts wurde aus dem neuen Nerz
Und nichts aus dem Luxusboot

Die Moral von der Geschicht
Man streitet sich nicht um das Fell herum
Wenn erlegt ist, der Wolf noch nicht
Wer spielt, bleibt meistens arm und dumm
Mancher macht sogar zu früh die Augen dicht
Na, wird Licht?

Winfried A. Karsten  GE den 11.05.2006

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Fußball

Er springt
Er hüpft
Volk singt
Er schlüpft
Durch Torwarts Arme
Volk sinkt
Schwer betroffen
In großer Trauer
Es stinkt
Alkohol
Der Fan besoffen
Jawohl
Und total sauer

Irgendwo in Bagdad, Jerusalem, Grosny
Wird ein Kind zerfetzt
Durch einen Bomber
Dieser heißt nicht Gerd Müller

Winfried Albert Karsten WM-Jahr GE den 22.05.2006

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Der Engel der Liebe

So lasset uns berühren
Hinaufschweben ins goldene Elyrium
Von Amors Pfeil verführen
Nur zu warten, wäre viel zu dumm

Lasset unsere zuckenden Glieder
In einander zerfließen
Uns befreien aus dem engen Mieder
Um die Säfte der Wollust zu vergießen

Streicheln wird uns der Engel Erotica
Mit dem goldene Strahl der Sonne
Ein süßes Stöhnen entlockt uns dann Orga
Der Engel der heißen, süßen Wonne

Sanft in einander Verschlafen
Leib an Leib, Haut an Haut
In dem wohligen Liebeshafen
Zu neuen Lüsten aufgetaut

Winfried A, Karsten  Ge. den  4.06.2006

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Schwermut

Ich weiß nicht
Ach was soll ich hier
Bin ich noch ganz dicht?
Das frag ich mir

Was soll ich tun?
Wohin mich wenden?
Was soll das alles nun?
Warum mich verschwenden?

Ach, ich weiß es wirklich nicht
Immer dieses warten
Wird am Ende des Tunnels Licht?
Oder wird mich wieder jemand verschwarten?

So gehe ich hin
Im feuchtem grauen Nebel
Ich weiß nicht wo ich bin
Wo ist des Glückes Hebel

Und so wandere ich
Durch tiefschwarze Nacht
Tief geducket mich
Bedroht durch böser Macht

Wo sind die Brüste
Weiß, warm und mütterlich weich
Ach, wenn ich das nur wüste
Ein Engel wäre ich gleich

Nun, so wandere ich weiter
Durch des trübsals blasende Tal
Gerne wäre ich wieder heiter
Ach, gelänge es mir, wieder ein mal

Winfried A. Karsten  GE den 16.06.2006

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Prometheus 2006

Schäme Dich Deines Himmels, Deus
Verdreckt, vergraut
Durch Abgase der Kriegsindustrie
Und seiner Produkte
Und das nur, weil Du spieltest wie ein Knabe
Der unbekümmert die Disteln köpfte

Aus Langeweile und spielerischer Leidenschaft
Hattest Du uns erschaffen
In Deinem riesigem Universum
Nicht als glückliche Affen
Nein, als Menschen Deines Ebenbildes nun
Musstes Du uns ja  erschaffen
Jetzt sind wir verdammt dazu, das gleiche zu tun
Aus spielerischer Langeweile: raffen, raffen, raffen

Wir aber wollen nicht mehr
Immer wieder von Dir
An  einem Kreuze geschlagen werden
Oder ersäufet
In irgendeinem Weltenmeer
Deine Sünden, die behalte mal selber
Seit Urzeiten, verzeih mein alter Herr,
Noch vor Deiner Zeit,
Stand stets geschrieben :
Die Suppe die man sich selber einbrockt
Löffelt man auch selber aus.
Das ist bis heute noch so geblieben.

Ich weiß, es plagte Dir auch mal Dein Gewissen
Statt es mit mir zu klären
Besuchtest Du  meine Frau
Dann noch in einem Schlangenkostüm
Wie peinlich
Fasching war schon lang vorbei
Die Äpfel waren  reif
Der Herbst leuchtete goldig
Auch wieder ein Fehler Deiner Unfehlbarkeit
Die Erkenntnis hatte ich vorher schon
Der Apfel war schon lange faul und schmeckte abschäulich

Dein schlechtes Gewissen
Wird Dir nichts nützen
Beim jüngsten Gericht
Auch wenn Dich noch einige Fundamentalisten
Aller Colleur Dich schützen
Andere Wesen, andere Menschen
Werden über Dich richten
Das Du wieder am Felsen hängst
Dem Adler wieder gut ernährst

Erst dann, wenn Du wieder in Ketten hängst
Fallen aus Deinem grauen Wolkenmeere
Keine ätzenden Feuer auf der Erde zu
Kein Kind, kein Greis, kein Vater, keine Mutter
Bräuchte sich nicht mehr zu grämen
Aber Du Deus wirst angekettet sein
An dem Ewigen Petrus
Wirst Du  Dich Deiner Religionen schämen.

Winfried A. Karsten
GE. 31.07.2006

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